Mittwoch, 12. August 2009

Brasilien ist eben anders

Also Brasilien ist anders als wir es gedacht haben, als es gesagt wurde und sogar als wir (ich) es erwartet haben, trotzdem macht es noch Spaß hier zu sein und die Zeit mit meinen tollen Kommilitonen zu verbringen (ich meine es ernst).

Dass das Leben hier anders ist war schon klar, dass man sogar aufpassen muss wenn eine Straße überquert ist halt nicht so einfach als Ausländer, das Leben ist aber doch immer voller Herausforderung.

Zur Zeit schlafen wir drei in einer Sardinenbüchse mit zwei Matratzen, es ist aber nicht so wie man sich das vorstellt, sondern noch schlimmer. manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass wenn der Ventilator sich dreht, wir bald um einen Kopf kürzer sind. er macht komische Geräusche und ist kurz vor dem Runterfallen. Die Matratzen sind denke ich älter als wir und noch schwarzer als die Brasilianer, aach ja und wir müssen uns jeden Abend überlegen wie wir das Moskitonetz am besten befestigen. Das gute ist, dass wir hier Internet haben, na ja es würde ja total hilfreich sein wenn mein Laptop durch die Reise nicht kaputt gegangen wäre, ich warte noch dass er noch repariert wird.

Das Zimmer ist in der Nähe von der Uni, und die Gegend ist nicht die tollste, trotzdem haben und schon einigermaßen eingelebt, jetzt wissen wir wo der Supermarkt und wie man das Geld vom Automat abheben kann (wenn er noch Scheine hat).

Eine Wohnung zu finden war hier in Recife unmöglich, entweder zu weit von der Uni oder zu teuer oder, oder, oder. Sarah zieht am WE in so einer Art Jugendherberge, Eike hat jetzt vor, am Ende des Monats bei einer Französin in einem tollen Haus einzuziehen, wo man umsonst Capoeira üben kann. Ich denke ich bleibe hier im kleinen Zimmer mit Internet, denn so eine große Lust wieder umzuziehen habe ich nicht ;).

(Dieser Text wurde mit großer Luuust von Jonathan Moncaleano Escandon geschrieben; übersetzt von Sarah Altrock; Die nachfolgende Passage ist von eben dieser Sarah eigenständig verfasst worden)

…Dabei können auch tolle Dinge passieren hier im Chaos – wenn man einfach mal planlos in einen Bus mit der Aufschrift „Boa Viagem“ einsteigt, weil da ein schöner Strand sein soll und man nach 10 Tagen immer noch nicht das Meer gesehen hat….da kann es schon mal geschehen, dass man von 5 sympathischen 16jährigen brasilianischen Jungspunden adoptiert wird, die einem das Recife Shopping-Center zeigen und dann noch beim Mondenschein für ein paar Minuten mit Caipirinha am Strand chillen, bevor man wieder los muss – durch die gefährlichen Strassen zum Bus, der nach nur einer halben Stunde Wartezeit anbraust. Und los geht die Busfahrt, die man trotz waghalsigen Fahrangewohnheiten des Dirigir-Personals auch diesmal erstaunlicherweise überlebt!!!

Chaos ist hier das große Stichwort, denn Organisation ist nicht so die Stärke in einem Land das Bürokratissimus ganz groß schreibt und doch im Alltag verplant dreinschaut – aber dann meist mit einem Lächeln auf den Lippen, Senhoras e Senhores! Denn das hier ist euer Leben und man darf sich freuen, denn sonst bleibt einem ja nichts ;)!

So, und wir chillen hier jetzt noch ein bisschen in unserem Kabuff ;P

Und verabschieden uns mit ein paar Zitaten der vergangenen Tage:

Eike: „In Brasilien wird man nur verarscht!“
Jonathan: „Eike sollen wir heiraten?“
Eike: „Ich fühle mich wie ein Arschloch, wenn die Brasilianer so schleimig sind.“
Sarah: „Na toll, dann habt ihr jetzt ein tolles zu Hause.“
Sarah und Jonathan: „ Ich glaube Brasilien liegt mir nicht.“
Sarah: „Ich sag ma so: Fique a vontade“ (Übersetzung: Fühlt euch wie zu Hause – als Erinnerung an die Worte der Impregada (Haushälterin), als Jonathan sich fragte, ob wir einfach die Zitrone benutzen dürften, dort im Kühlschrank der Professorin)
Jonathan: „Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung fürs Leben.“

Ach ja, unser Mitbewohner hier in der Büchse ist übrigens Pastor! Naja, jedenfalls wirkt er so auf uns – mit seinem bedächtigen Lächeln und dem besinnlichen Schließen der Augen nach jedem Wort. Ein komischer Vogel meint ihr? Das kann gut sein..

Weiter mit Zitaten, brandneu..

Jonathan: „Meinst du das liest irgendjemand? Wer liest denn überhaupt unseren Blog?“

Und allen, die daran zweifeln, sei eines gesagt: trotz immenser Schwierigkeiten und viel Stress ist es doch irgendwie schön und immerhin ein Abenteuer! ;)

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